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Die Geschichte Thüringens

Tabellen
zur Geschichte Thüringens
um 350/300.000 v. Chr. Älteste Zeugnisse von
Steinzeitmenschen in Thüringen. Fund eines Homo erectus bei Bilzingsleben.
um 200.000 v.Chr. Nachweis des Homo sapiens bei
Ehringsdorf.
um 40.000-8.000 v. Chr.Mehrschichtige Funde
(Fundhorizonte) verschiedener Steinzeitkulturen in der Ilsenhöhle bei Ranis und
in der Kniegrotte bei Döbritz.
um 5000-1800 v. Chr. Bandkeramiker (Linien-,
Stichbandkeramiker), Trichterbecherkulturen, Schnurkeramiker und
Glockenbecherkulturen in Thüringen.
um 1800-1500 v. Chr. Aunjetitzer Kultur in
Thüringen bezeugt; ebenso Leubinger Kultur (bei Weißensee).
um 1500-1200 v. Chr. Hügelgräberkultur in
Südthüringen und in der Vorderrhön.
um 1200-800 v. Chr. Urnenfelderzeit im Thüringer
Becken und am/im Thüringer Wald.
um 800 -500 v. Chr. (Hallstatt-Zeit) Siedlungen
in Südthüringen, im Thüringer Becken, im Orla-Gau und in der Goldenen Aue.
um 500 v. Chr. Zeitenwende (La Tène-Zeit) Kelten
und Vertreter der germanischen Brandgräber-Kultur nachweisbar.

Thüringer Königreich
um 2./1. Jh. v. Chr: 2. Jh. n. Chr. Hermunduren
(zusammen mit Sweben und Semnonen zu den elbgermanischen Herminonen gehörend)
bilden nach ihrer Einwanderung einen eigenen Stammesverband. Ihre Nachbarn sind
(abgesehen von den Alteinheimischen und den Kelten) u. a. Semnonen, Langobarden,
Chatten, Markomannen, Wandalen, Sweben.
64 v. Chr: 120 n. Chr. Erwähnung der Hermunduren
bei Strabon, Paterculus, Domitius, Tacitus u. a.
Hermunduren haben eine bestimmende Stellung bei den Elbgermanen, sie handeln bis
in den Donauraum und siedeln etwa zwischen Werra und Erzgebirge, Harz und Donau
(Nord- u. Südhermunduren). Ab dem 3. Jh. wandern Angeln und Warnen ein.
um 380 n. Chr. Erstmalige Erwähnung des Namens "Thoringi"
für Thüringer bei Flavius Vegetius Renatus.
Überschichtungs- und Verschmelzungsprozesse
verschiedener Stämme und Gruppen im Thüringer Raum.
4./5. Jh. Der Name Thüringen läßt mehrere
Deutungen zu:
- Thoringi: germ. turingoz
- Hermondoroi: germ. ermanduroz Ableitbar von: ermena (groß), dur (wertvoll),
duren (fest), Dur (Eigenname), turon (kühn).
- Teurier: keltischer Name (Volk).
Während der Völkerwanderungszeit verharren die
Thüringer auffälligerweise an ihren Orten. Thüringer Nachbarn in 4./5. Jh.:
Sachsen, Franken, Alemannen, Bajuwaren, Langobarden u. a. Mögliche Herrscher in
Thüringen: Erpes, Hoyer, Otterich, Byssinus (Bissin - der Vater von König
Hermenefried).
531 Untergang des Thüringerreiches unter König
Hermenefried durch den Sieg der Franken und Sachsen, wahrscheinlich bei
Burgscheidungen an der Unstrut. Thüringen wird Teil der "Francia Orientalis",
bleibt jedoch relativ selbständig. Franken und Sachsen ziehen nach Thüringen, es
folgen die ostsaalischen Slawen.
Fränkisch-Sächsische Herrschaft
628 -632 Der fränkische König Dagobert verwaltet
Ostfranken und Thüringen.
639 Der Franke Radulf wird von Dagobert als Dux
(?) eingesetzt.
725 (719 ?) Beginn der Missionierung Thüringens
unter dem Angelsachsen Bonifatius, der 725 bei Ohrdruf ein kleines Kloster (cella)
gründet.
741 Teilung des Frankenreiches. Thüringen fällt
an Karl Martells Sohn Karlmann. Von Mainz, Fulda und Hersfeld aus wird Thüringen
christianisiert. Gründung des Bistums Erfurt (742)
um 800 Aufzeichnung der "Lex Angliorum et
Werinorum hoc est Thuringorum" auf Anweisung Karls des Großen.
802 Erfurter Adelsversammlung, 805 Diedenhofer
Capitular.
843 Vertrag von Verdun: Teilung des fränkischen
Reiches. Thüringen verbleibt beim Ostfränkischen Reich Ludwig des Deutschen.
908 Der letzte fränkische Markgraf von Thüringen
Burchard fällt im Kampf gegen die Ungarn.
919 Thüringen wird nach den Aussterben der
Karolinger von König Heinrich I. unter sächsische Oberhoheit gebracht.
933 Entscheidende Schlacht gegen die Ungarn bei
Riade (U) -?-
968 Gründung der Bistümer Zeitz, Merseburg und
Meißen.
985 Belehnung des Grafen Ekkehard I. mit der
Markgrafschaft Meißen. Er ringt mit dem Grafen Wilhelm II. von Weimar-Orlamünde
um die Vorherrschaft in Thüringen.
1046 Belehnung der Grafen von Weimar-Orlamünde
mit der Markgrafschaft Meißen, 1063 auch mit der Pfalzgrafschaft Sachsen.
Weitere bedeutende Grafengeschlechter und Herrschaften in Thüringen (ab 10.-12.
Jh.: von Beichlingen, Tonna-Gleichen, Berka, Henneberg, Honstein, Kirchberg,
Blankenhain, Frankenstein, Kranichfeld, Lobdeburg, Tannroda, Apolda u.a.).
(Weitere bedeutende Grafengeschlechter siehe später).
Die Zeit der Ludowinger
um 1040 (50) Ludwig der Bärtige (aus Lohr bei
Aschaffenburg stammend) begründet die thüringische Ludowinger-Dynastie.
1074 Gründung der Schauenburg bei Friedrichroda.
Wichtige Rodungen: Altenbergen, Friedrichroda, Finsterbergen, Espenfeld.
1085 Gründung des ludowingischen Hausklosters
Reinhardtsbrunn mit Hirsauer Mönchen durch Ludwig den Springer (Aneignung
Eisenacher Gebiets: Wartburg 1067/1080).
1130/31 Belehnung Ludwigs I. mit der
Landgrafschaft Thüringen durch Kaiser Lothar III. von Supplinburg.
1140-1172 Herrschaft von Landgraf Ludwig II. dem
Eisernen.
1143 Gründung des Zisterzienserklosters
Georgenthal durch Sizzo III., einem Grafen von Käfernburg-Schwarzburg.
1172-1190 Herrschaft von Landgraf Ludwig III. dem
Frommen.
1180 Ehrenvorrang des Landgrafen gegenüber den
Herzögen des Reiches in der Gelnhäuser Urkunde anerkannt (13.05.1180). Belehnung
der Thüringer Landgrafen mit der Pfalzgrafschaft Sachsen (Allstedt).
1183-1189 Thüringen tritt in die
hochmittelalterliche Literaturlandschaft ein (Vollendung des Romans Aeneas durch
Heinrich von Veldecke).
1190-1217 Regierungszeit von Landgraf Hermann I.
Die Wartburg wird kulturelles Zentrum der mittelhochdeutschen Dichtung,
Sängerkrieg um 1206.
1217-1227 Regierungszeit von Landgraf Ludwig IV.
("dem Heiligen"), Gemahl der heiligen Elisabeth (Tochter des ungarischen Königs
Andreas und seiner Gemahlin Gertrud von Andechs-Meran). Nach dem Tode Ludwigs
geht Elisabeth über Bamberg nach Marburg, sie stirbt dort 1231 (Heiligsprechung:
1235).
1227-1240 Gemeinsame Verwaltung der Thüringer
Landgrafschaf durch Heinrich Raspe IV. und Konrad.
1242 Einsetzung des Landgrafen Heinrich Raspe IV.
als Reichsverweser: er wird 1246 gegen den Staufer Friedrich II. zum Gegenkönig
gewählt.
Die Zeit der Wettiner und der
Wettinisch-Ernestinischen Landesteilungen
1247-1264 Erbfolgekrieg nach dem Tod des
kinderlosen Landgrafen Heinrich Raspe IV. zwischen Sophie von Brabant (der
ältesten Tochter Ludwigs IV. und der hl. Elisabeth) und dem Wettiner Markgrafen
Heinrich dem Erlauchten von Meißen. An diesen fällt die Landgrafschaft im. Jahr
1264.
1292 Gleichstellung der Landgrafschaft Hessen zur
Landgrafschaft Thüringen.
1307 Schlacht bei Lucka. Machtbestätigung der
Wettiner und Festigung der Markgrafschaft Meißen.
1310 König Heinrich VII. (deutscher Kaiser ab
1312) erkennt im Prager Vertrag vom 19.12.1310 die Rechte des Hauses Wettin in
Thüringen an.
1342-1345 Thüringer Grafenkrieg.
1353 Erwerb der Pflege Coburg durch die Wettiner.
1423 Markgraf Friedrich der Streitbare erhält das
Herzogtum Sachsen-Wittenberg, dadurch Erhebung der Wettiner in den
Kurfürstenstand.
1446-1451 Sächsischer Bruderkrieg.
1485 Leipziger Teilungsvertrag zwischen Kurfürst
Ernst und Herzog Albrecht von Sachsen (17.06.1485). Der wettinische Besitz in
Thüringen zerfällt in einen nördlichen albertinischen und einen südlichen
ernestinischen Teil.
1486-1525 Regierungszeit von Friedrich dem
Weisen, Förderer der Reformation.
1520 Erneuerung der Erbverbrüderung zwischen
Hessen und Thüringen.
1521/22 Aufenthalt Luthers auf der Wartburg.
Übersetzung des Neuen Testaments, Schaffung der deutschen Schriftsprache.
1525/32 Regierungszeit von Kurfürst Johann dem
Beständigen.
1525 Thüringer Aufstand als ein Höhepunkt des
deutschen Bauernkrieges und seine Niederschlagung bei Frankenhausen.
1530 Einführung der Reformation in Thüringen im
wesentlichen abgeschlossen.
1531 Gründung des Schmalkaldischen Bundes zum
Schutz der Reformation (ihm gehören neben dem ernestinischen Wettin und Hessen
u.a. Anhalt, Mansfeld, Brandenburg, Magdeburg an).
1547 Johann Friedrich I. der Großmütige verliert
nach der Niederlage im Schmalkaldischen Krieg (1546/47- Schlacht bei Mühlberg)
die Kurwürde und einen Teil seiner Lande an die Albertiner. Weimar wird
ernestinische Hauptresidenz.
1554 Das Altenburger Gebiet, seit 1547
albertinisch, wird den Ernestinern zurückgegeben.
1555 Johann Friedrich II. erwirbt die gefürstete
Grafschaft Henneberg-Römhild.
1558 Gründung der Universitäl Jena (als Hohe
Schule bereits 1548 gegründet).
1566 Die Brüder Johann Friedrich II. und Johann
Wilhelm teilen die ernestinischen Lande. Johann Friedrich II. erhält das
Hauptgebiet mit Weimar, sein Bruder erhält Coburg.
1567 Die "Grumbachschen Händel" enden für Johann
Friedrich II., der die Kurwürde für die Ernestiner zurückerobern wollte, mit
einer Katastrophe. Seine Länder erhält Bruder Johann Wilhelm, der seine Residenz
in Weimar einrichtet.
1572 Beginn der ernestinischen Landesteilungen
(1572,1603,1640,1672,1680). Erfurter Teilung, nachdem 1570 die Söhne Johann
Friedrich II. ihr Erbe zurückerhalten hatten.
1583 Die ernestinischen und albertinischen
Wettiner erwerben die gefürstete Grafschaft Henneberg-Schleusingen und richten
eine gemeinsame Verwaltung ein.
1640 Die Söhne Herzog Johanns von Sachsen-Weimar
teilen ihren Besitz. Wilhelm erhält das Weimarer Gebiet, Albrecht das Eisenacher
und Ernst I. das Gothaer Gebiet. Wilhelm stiftet den Weimarer, Ernst den Gothaer
Zweig der Ernestiner.
1641-1675 Herrschaft von Herzog Ernst I. dem
Frommen in Gotha; Aufbau einer modernen Landes- und Kirchenverwaltung.
1656 Gründung von Sekundogenituren
(Seitenlinien): Sachsen-Weißenfels (bis 1746), Sachsen-Zeitz (bis 1718) (und
Merseburg bis 1738); nach deren Erlöschen werden sie wieder dem Kurstaat
eingegliedert.
1690 Sachsen-Jena fällt an Sachsen-Eisenach.
1710 Sachsen-Römhild erlischt und wird zum Objekt
des "Coburg-Eisenberg-Römhilder Erbstreites" der gothaischen Ernestiner (beendet
1735).
1741 Sachsen-Eisenach fällt an Sachsen-Weimar,
das damit alle Gebiete der weimarischen Ernestiner vereinigt.
1775-1828 Regierungszeit von Herzog/Großherzog
Carl August. Goethe wird nach Weimar geladen und wirkt hier bis zu seinem Tode
im Jahre 1832. Während der Regierungszeit von Carl August werden Weimar und Jena
zu den deutsch-europäischen Zentren der Klassik und idealistischen Philosophie;
in Jena zudem Epoche der Frühromantiker.
1806 Schlacht bei Jena und Auerstedt.
1815 Auf dem Wiener Kongreß erhält
Sachsen-Weimar-Eisenach das bislang albertinische Neustädter Gebiet und wird
Großherzogtum. Die albertinischen Landesteile Thüringens werden preußisch.
Gründung der Urburschenschaft in Jena.
1817 Wartburgfest der deutschen Studenten.
1826 Die Gebiete der gothaischen Ernestiner
werden völlig neu verteilt: An Sachsen-Meiningen wird ganz
Sachsen-Hildburghausen und der Saalfelder Teil von Sachsen-Coburg-Saalfeld
abgetreten. Der Hildburghäuser Herzog erhält dafür Sachsen-Altenburg, der
Coburger Herzog erhält Sachsen-Gotha. Es existieren nun die drei Herzogtümer
Sachsen-Meiningen, Sachsen-Altenburg und Sachsen-Coburg-Gotha, außerdem das
Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach.
Die Herrschaft der Schwarzburger, Reußen,
Mainzer und Preußen in Thüringen
11. Jh. Auftreten der Schwarzburger und Sizzonen
in Thüringen.
1154 Urkundliche Ersterwähnung von Rudolstadt.
1538 Schwarzburger Gesamtbesitz durch
Zusammenschluß verschiedener Besitzungen.
1599 Teilung der Schwarzburger Grafschaft.
1697/1700 Schwarzburg-Arnstadt und
Schwarzburg-Rudolstadt werden Fürstentümer.
1920 Schwarzburg-Rudolstadt und
Schwarzburg-Sondershausen schließen sich dem Land Thüringen an.
12. Jh. Nachweis der Reuß'schen Vorfahren in
Nord- und Ostthüringen.
1209 Verleihung des Titels Vogt an die Reußen in
Weida.
14. Jahrhundert Der Name Vogtland bürgert sich
ein (Ausdehnung ca. 4.000 km2 mit Weida als Zentrum).
1560 Schaffung eines Reuß'schen Gesamtbesitzes,
der allerdings nachfolgend in so viele Linien zerfällt, daß die Reuß'schen Lande
zum Inbegriff des deutschen Kleinstaatentums werden.
1919 Am Ende ihrer Herrschaft existieren zwei
Linien: Reuß ältere Linie und Reuß jüngere Linie. Als Volksstaat Reuß treten sie
1920 dem Land Thüringen bei.
741/42 Gründung des Bistums Erfurt durch
Bonifatius.
754/55 Eingliederung des Bistums Erfurt in das
Erzbistum Mainz.
1243 Bürgerliche Verwaltung in Erfurt.
1304/06 Entstehung des Städtebundes
Erfurt-Mühlhausen-Nordhausen,1309 erneuert; Dauer mindestens bis 1472.
1392 Eröffnung der Universität Erfurt.
1460/1521 Blütezeit des Humanismus in Erfurt.
1509 Tolles Jahr in Erfurt.
1664 Erfurt wird Mainz'sche Landesstadt.
1802/1813 Erfurt wird preußisch. Bildung von
zunächst zwei "Zivilgouvernements" (Provinzen zwischen Weser und Elbe bzw.
Sachsen).
1807 Erfurt ist französisch.
1815 Die Gründung der preußischen Provinz Sachsen
erfolgt am 30.04.1815, der Regierungsbezirk Erfurt wird 1816 gebildet.
1816 Schließung der Universität Erfurt.
1944 Umorganisation der preußischen Provinz
Sachsen. Zuordnung des Regierungsbezirkes Erfurt ab 1. 7. zu Thüringen.
1945 Der ehemalige preußische Regierungsbezirk
Erfurt wird im Juni (inkl. des ehem. preußischen Landkreises Schmalkalden) Teil
des Landes Thüringen.
531 ff. Nach dem Untergang des Thüringer
Königreiches kommt das Obereichsfeld unter fränkische, das Untereichsfeld unter
sächsische Herrschaft.
8. Jh. Der Mainzer Kurstaat erwirbt langsam
kirchliche Hoheit und weltlichen Besitz.
897 Ersterwähnung des Eichsfeldes.
973 Ersterwähnung von Heiligenstadt.
1294 Bedeutender Landerwerb durch Mainz.
1548/1555 Gegenreformation und Rekatholisierung
des Eichsfeldes.
1802 Das Eichsfeld wird preußisch, Heiligenstadt
wird Sitz des preußischen Regierungspräsidenten. Das Eichsfeld wird in einen
Oberkreis (Heiligenstadt) und einen Unterkreis (Duderstadt) eingeteilt.
1807-1813 Das Eichsfeld gehört zum Königreich
Westphalen. Heiligenstadt ist Sitz des Harzdepartements.
1813 Das Eichsfeld wird wieder preußisch.
1816 Das nördliche Untereichsfeld kommt zum
Königreich Hannover, das Obereichsfeld bleibt preußisch.
1866 Das Eichsfeld gehört zu zwei preußischen
Provinzen: Erfurt und Hildesheim.
1945 Das Obereichsfeld kommt unter sowjetische
Verwaltung. Bildung eines Landkreises Eichsfeld. Nachfolgend Bildung von zwei
Kreisen Heiligenstadt und Worbis.
967 Ersterwähnung von Mühlhausen.
1220/24 Das Mühlhäuser Rechtsbuch erscheint
(erstes Stadtrechtsbuch in deutscher Sprache).
1256 (1241,1251) Mühlhausen erreicht faktisch die
kommunale Selbstverwaltung und damit den (rechtlich allerdings nicht fixierten)
Status einer Freien Reichsstadt.
ab 1522 Auftreten reformatorischer Geistlicher.
1525 Ewiger Rat in Mühlhausen, Bauernkrieg,
Hinrichtung Thomas Müntzers bei Görmar.
1710 Mühlhausen steht unter dem Schutz von
Hannover.
1802 Zugehörigkeit zu Preußen.
1807/13 Mühlhausen wird Teil des Königreichs
Westphalen.
1813 Erneute Zugehörigkeit von Mühlhausen zu
Preußen.
1945 Eingliederung Mühlhausens in das Land
Thüringen.
927/929 Ersterwähnungen von Nordhausen.
1220 Nordhausen wird Freie Reichsstadt.
1266 Erste Erwähnung des Nordhäuser Rates
1802 Zugehörigkeit zu Preußen.
1807/13 Nordhausen wird Teil des Königreichs
Westphalen.
1813 Erneute Zugehörigkeit von Nordhausen zu
Preußen.
1945 Eingliederung der Stadt Nordhausen in das
Land Thüringen.
874 Ersterwähnung von Schmalkalden.
um 1100 Schmalkalden im Besitz von Ludowingern,
Hennebergern und Brandenburgern.
1227 Schmalkalden wird als Stadt bezeugt.
1360 Die 1. Hälfte von Schmalkalden fällt an
Hessen,1583 folgt die 2. Hälfte.
1866 Zugehörigkeit von Schmalkalden zusammen mit
Kurhessen zur preußischen Provinz Hessen-Nassau.
1920/33 Schmalkalden ist als Landkreis eine
preußische Enklave des Regierungsbezirkes Kassel.
1944 Eingliederung von Schmalkalden in den
preußischen Regierungsbezirk Erfurt (1945 zum Land Thüringen).
Thüringen im 19. Jahrhundert
1801 Friede von Lunéville. Entschädigung
deutscher Fürsten durch Verlust linksreinischer Gebiete.
1802 Erfurt, Mühlhausen, Nordhausen, das
Eichsfeld kommen an Preußen. Die Bestätigung erfolgt 1803 im
Reichsdeputationshauptschluß.
1815 Wiener Kongreß. Preußen erhält (erneut) die
Städte Erfurt, Mühlhausen, Nordhausen, das Obereichsfeld sowie das gesamte
albertinisch-sächsische Nordthüringen (s. 1485, 1547).
1834 Beitritt der Thüringer Kleinstaaten zum
Deutschen Zollverein.
1846 Carl Zeiss gründet in Jena sein mechanisches
Atelier.
1848 Verfassungskämpfe, Reformen,
Einheitsbestrebungen in Thüringen für ein "GesamtThüringen".
1866 Beitritt der thüringischen Kleinstaaten zum
Norddeutschen Bund. Schlacht bei Langensalza (Preußen-Hannover).
1871 Beitritt der Thüringer Staaten zum Deutschen
Reich.
1869 Gründungsparteitag der Sozialdemokratischen
Arbeiterpartei in Eisenach.
1875 Gründung der Sozialistischen Arbeiterpartei
Deutschlands in Gotha.
1891 Programmatischer Parteitag der SPD in
Erfurt.
1894 Große Thüringer Gewerbeausstellung in
Erfurt.
Thüringen im 20. Jahrhundert
1918 Abdankung der thüringischen Fürstenhäuser
nach dem Sturz der Hohenzollern- Monarchie.
1919 Bildung des Volksstaates Reuß. Tagung der
deutschen Nationalversammlung in Weimar, Gründung der Weimarer Republik.
1920 Gründung des Landes Thüringen (1.,5.1920)
aus 7 Nachfolgestaaten ohne Anschluß des preußischen Regierungsbezirkes Erfurt.
Der Kreis Coburg entscheidet sich für Bayern.
1921 Verabschiedung der Verfassung des Landes
Thüringen.
1922 Neue Kreisordnung und -einteilung Thüringens
in 9 Stadtkreise und 15 Landkreise.
1923 Reichsexekution gegen die Thüringer
SPD/KPD-Regierung.
1930 Wilhelm Frick (NSDAP) wird in Thüringen
Innen- und Volksbildungsminister.
1932 Letzte freie Wahlen zum 6. Thüringer
Landtag.
1932/33 Fritz Sauckel (NSDAP) wird
Ministerpräsident, später Reichsstatthalter von Thüringen.
1933 Verlust der Thüringer Eigenstaatlichkeit.
1944 Zuordnung des preußischen Regierungsbezirkes
Erfurt (incl. des Landkreises Schmalkalden) zu Thüringen.
1945 Schwere Zerstörungen Thüringer Städte durch
Luftangriffe. Besetzung Thüringens durch amerikanische, später durch sowjetische
Truppen. Eingliederung mehrerer (altthüringischer) preußischer Gebietsteile nach
Thüringen.
1946 Wahlen zum Thüringer Landtag (20.10.).
Annahme der Verfassung (20.12.). Bestätigung der Landesbildung.
1949 Eingliederung Thüringens in die
neugegründete DDR.
1950 Erfurt wird Regierungssitz für Thüringen.
1951 Erfurt wird Sitz des Thüringer Landtages.
1952 Auflösung des Landes Thüringen (25.7.1952);
Bildung der DDR-Bezirke Erfurt, Gera, Suhl.
1989 Wende und Auflösung der DDR.
1990, 14.10.: Neubildung des Landes Thüringens,
Hauptstadt wird Erfurt. Die Landesfarben sind weiß-rot, als Landeswappen wird
der Thüringer Löwe mit acht umgebenden Sternen bestimmt (Symbol für die
Thüringer Gründungsstaaten). 25.10.: konstituierende Sitzung des neuen Thüringer
Landtages.
1993, 25.10. Verabschiedung der Verfassung des
Freistaates Thüringen.
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