Die Geschichte der Stadt Mühlhausen (Thüringen)


Kriegsgefallenendenkmal am Stadtberg von 1928


...ist eng und untrennbar mit der Familiengeschichte Hundeshagen verbunden, denn alle Hundeshagen-Vorfahren des Verfassers ab Anfang des 19. Jahrhunderts, bis zurück ins Spätmittelalter, kamen aus Mühlhausen und sind in die Geschichte der Stadt eingebunden.

So zum Beispiel im Dreißigjährigen Krieg, als die Generäle Tilly und Pappenheim mit ihren Truppen plündernd durch das Gebiet der Stadt marschierten und mehrere Ratsherren als Geiseln nach Prag verschleppen, unter ihnen einen Vorfahren der Verfassers, Valentin Hundeshagen.

Leider konnte sich die Stadt Mühlhausen damals nicht zu einer Zahlung des geforderten Lösegeldes entschließen, so dass die Geiseln elendig in Prag umkamen und verhungerten.

Lesen Sie dazu auch den äußerst interessanten und bewegenden Auszug "Aus Mühlhausens Vergangenheit" indem Sie dem Link folgen.

                   Blick zum Altar der Divi Blasii Kirche, Foto: Glenn Meyer, Mühlhausen (49019 Bytes) Divi Blasii Kirche

Das Wappen der Familie Hundeshagen aus dem Mühlhausener Wappenbuch, ist heute noch im Rathaus der Stadt Mühlhausen als Holzschnitzerei angebracht.

In diesem Taufstein der Divi Blasii Kirche in Mühlhausen, wurden seit 1596 bis zum Jahr 1788 alle Hundeshagen-Vorfahren des Verfassers getauft. Der Taufstein mit einer Inschrift in der Vierung ist mit spätgotischem Astwerk verziert und ruht, ein Werk des Manierismus, auf einem Fuß in Form eines Kapitells einer jonischen Säule.

Stadtgeschichte Mühlhausen 

967

wird Mühlhausen erstmals urkundlich als "mulinhuson" durch Otto II. erwähnt; es war Zentrum eines bedeutenden Reichsgutbezirkes mit befestigtem Königshof, dessen Ursprünge in das fränkische Reich Karls des Großen reichen.
Vom 9. bis 13. Jahrhundert war Mühlhausen bevorzugter Pfalzort deutscher Könige und Kaiser (so Otto III., Heinrich II., Heinrich III., Lothar III., Heinrich VI.).

 

11. Jh.

Im 11. Jahrhundert begann die Entstehung der Altstadt (Marktsiedlung), im 12. Jahrhundert die der Neustadt um die Marienkirche unter Friedrich I. Barbarossa.

 

1135

Kaiser Lothar III. söhnte sich in der erstmalig so bezeichneten "villa regia" Mühlhausen endgültig mit Konrad von Staufen aus.

 

1180

Heinrich der Löwe eroberte Mühlhausen, das sich zu einem bedeutenden Zentrum der Reichsgewalt entwickelt hatte.

 

1198

fand die Wahl des Staufers Philipp von Schwaben zum König mit der Huldigung der Fürsten in Mühlhausen ihren glanzvollen Höhepunkt. Unter den Gästen war auch Walther von der Vogelweide.

 

um 1200

Bau der Stadtmauer um die Innenstadt (49 ha) mit 7 Doppeltoren und 38 Wehr- und Kanzeltürmen und einer Länge von 2,7 km.

 

um 1220

wurde das Mühlhäuser Rechtsbuch nach des Reiches Recht - das älteste Stadtrechtsbuch in deutscher Sprache - aufgezeichnet. Es war auch für die Reichsstadt Nordhausen geltendes Recht

 

1227

Der Deutsche Orden gründete zwei Kommenden in Mühlhausen, zu denen die beiden Ordenshöfe in der Altstadt und der Neustadt gehörten und erhielt die beiden Königskirchen Divi Blasii und St. Marien 1227 und 1243 geschenkt.

 

1232

unterstellte König Heinrich VII. seinem Kaplan an der Divi-Blasii-Kirche die von den Bürgern errichtete Schule. Sie gilt bislang das älteste Zeugnis einer bürgerlichen Schulgründung im deutschsprachigen Raum.

 

1241

erwarb die Stadt Zoll- und Münzprivileg und 1251 das Reichsschultheißenamt

 

1251

erste urkundliche Erwähnung des städtischen Rates, Beginn der städtischen Selbstverwaltung mit eigener Gerichtsbarkeit, Bau einer Trennmauer zwischen der Stadt und der Pfalz.

 

1256

Zerstörung der königlichen Pfalzburg durch die Bürger der nunmehr "Freien Reichsstadt".

 

1292

wurde die Breitsülze in einem künstlichen Bachlauf zur Wasserversorgung in die Oberstadt geleitet. Das war für mittelalterliche Verhältnisse ein ingenieurtechnisches Meisterwerk. Der Bach wurde in einem Graben von 5.350 m Länge mit einem Gefälle von nur 0,33 mm pro Meter in die Oberstadt geleitet.

Die Unterstadt wurde durch die Popperöder Quelle in einem offenen Bach mit Trinkwasser versorgt. Diese Art der Wasserzuführung ermöglichte die Anlage zahlreicher Mühlen; im Stadtgebiet waren es allein 15 Mühlen.

 

1310

erste urkundliche Erwähnung des Rathauses als "capitolium".

 

13./14. Jh.

außenpolitische Stütze der Reichsstadt - im Reichstag saß sie auf der Rheinischen Städtebank - waren Städtebünde. Sie war Mitglied des Rheinischen Städtebundes von 1254, schloss mit den Städten Erfurt und Nordhausen den Thüringer Drei-Städte-Bund (1304 - 1481) und trat dem Sächsischen Städtebund (1421) bei. Ab 1512 gehörte Mühlhausen als südlichst gelegener Ort dem Niedersächsischen Kreis an.

 

1370

bis zum Jahre 1370 konnte die Stadt einen großen Teil ihres reichsstädtischen Gebietes mit rund 220 qkm und 19 Dörfern erwerben; Schutz dieses Gebietes durch eine 24 km lange Landwehr (Mühlhäuser Landgraben).

 

1400

Um 1400 gehörte Mühlhausen mit rund 10.000 Einwohnern zu den bedeutenden mittelalterlichen Städten. Basel, Nürnberg, Ulm und Straßburg waren etwa gleich groß. Unter den thüringischen Städten war nur Erfurt größer. Im 14. und 15. Jahrhundert wurden in Mühlhausen 13 Kirchen und sechs Kapellen errichtet.

 

1422 und 1487

wüteten verheerende Stadtbrände

 

1430

trat Mühlhausen - hier kreuzten sich wichtige Heer- und Handelsstraßen - der Hanse bei und gehörte zum Goslarer Bund im Niedersächsischen Quartier. Wichtigste Quellen des wirtschaftlichen Wohlstandes waren die Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte, die Textilherstellung und der Fernhandel, vor allem mit Tuchen, Stoffen und Leder. Mühlhäuser Kaufleute pflegten nachweislich seit 1286 über Hamburg, Lübeck und Nowgorod Handelsbeziehungen mit England, Schweden, Livland und Russland.

 

1438

1452 und 1485 große Pestepidemien.

1524/25

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts stand Mühlhausen in Thüringen im Brennpunkt von Reformation und Bauernkrieg um Thomas Müntzer. Nach der Niederlage der Bauern wurde der radikale Reformator Thomas Müntzer vor den Toren der Stadt hingerichtet. Die Stadt verlor ihre Reichsfreiheit. Die Fürsten von Sachsen und Hessen wurden Schutzherren.

 

1543

Gründung der Stadtschule (Gymnasium).

 

1557

führte Superintendent Hieronymus Tilesius die Reformation endgültig in Mühlhausen ein. Eine weitere Blütezeit beginnt für die Stadt.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts gab es 786 Handwerksmeister in der Stadt, die in den Zünften der Wollweber, Fleischhauer, Leineweber, Bäcker, Schuhmacher, Lohgerber, Schneider, Huf- und Sensenschiede, Schlosser und Sporer, Krämer, Steinmetzen und Maurer, Kürschner, Müller, Böttcher, Tischler, Zimmerleute, Töpfer, Sattler, Wagner, Weißgerber, Hutmacher, Seiler, Goldschmiede, Fenstermacher, Beutler, Mangler, Tuchscherer, Nadler, Schwarzfärber, Kanne(n)gießer und Gürtler tätig waren.

Darunter zählten die Handwerke der Lohgerber und der Weißgerber zu den bedeutenden Gewerben, und Mühlhäuser Leder hatte weithin einen guten Ruf. Der Gelehrte und Naturforscher Alexander von Humboldt schwärmte sogar von den "himmlischen Mühlhäuser Fellen", die er, in Stiefel verwandelt, auf seinen Expeditionen durch Südamerika schätzte "wie das Goldene Vlies".

Die protestantische Kirchenmusik erfuhr eine überregionale Bedeutung. Joachim Müller a Burg (1553 - 1611) vertonte Dichtungen Ludwig Helmbold (1532 - 1598). Ihnen folgte in diser Tradition Georg Neumark (1621 - 1681). Sein Lied "Wer nur den lieben Gott lässt walten" ist noch heute im evangelischen Kirchengesangbuch zu finden.

 

 

1565

Einrichtung einer Mädchenschule im ehemaligen Brückenkloster. Sie zählt zu den frühen protestantischen Schulgründungen in Deutschland.

 

1570

Entstehung einer deutschen Schreibschule.

 

1572

wurde die städtische Bibliothek eingerichtet.

 

1614

bestimmte der Rat, die Gewölbe im Südflügel des Rathauses als Archiv zu nutzen.

Bürgermeister Gregor Fleischhauer ließ das Brunnenhaus Popperode bauen, das zu den schönsten Thüringens zählt.

 

1618-1648

Die Reichsstadt litt erheblich im Dreißigjährigen Krieg. Die Generäle Tilly und Pappenheim marschierten mit ihren Truppen plündernd durch das Gebiet der Stadt und verschleppen mehrere Ratsherren als Geiseln nach Prag, unter ihnen ein Vorfahr der Verfassers, Valentin Hundeshagen.

Leider konnte sich die Stadt Mühlhausen damals nicht zu einer Zahlung des geforderten Lösegeldes entschließen, so dass die Geiseln elendig in Prag umkamen und verhungerten.

Das Wappen der Familie Hundeshagen ist heute noch im Rathaus der Stadt Mühlhausen als Holzschnitzerei angebracht.

 

1627

Kurfürstentag in Mühlhausen. Heinrich Schütz, der im Gefolge des Kurfürsten von Sachsen nach Mühlhausen kam, komponierte anlässlich dieser Zusammenkunft die bekannte Motette "Da pacem Domini in diebus nostris".

 

1682/83

In Mühlhausen starben 4.617 Menschen an der Pest.

1688

ging Laurentius Blumentrost (1619 - 1705) als Leibarzt des Zaren nach Moskau.

 

1689

wurde fast die Hälfte der Unterstadt ein Raub der Flammen; insgesamt brannten 568 Wohnhäuser nieder.

 

1707/08

war Johann Sebastian Bach Organist an der Divi-Blasii-Kirche.

 

1724

gründete Laurentius Blumentrost, Enkel des Leibarztes, auf Befehl des Zaren Peter I. die Russische Akademie der Wissenschaften, deren erster Präsident er wurde.

 

1733

bewaffneter Bürgeraufstand gegen den Rat.

 

1756-63

Während des Siebenjährigen Krieges erhielt Mühlhausen umfangreiche Soldaten zur Einquartierung. Pfingsten 1757 marschierten 800 Gothaische Soldaten in die Stadt. Im August kamen einige tausend französische Soldaten unter General Broglio hier her. 1761-62 wurde die Stadt zur französischen Festung ausgebaut.

 

1794

Eine Fleckfieber-Epidemie grassierte in der Stadt.

 

1800

wurde Friedrich August Stüler, ein Schüler Schinkels und bedeutender Architekt des 19. Jahrhunderts, im Haus Bei der Marienkirche 9 geboren. Das Neue Museum und die Nationalgalerie in Berlin, die Akademie der Wissenschaften in Budapest und das Nationalmuseum in Stockholm sind die wichtigsten Bauwerke, deren Pläne er entworfen hat.

 

1802

marschierten am 05. August preußische Truppen unter dem Kommando von Generalleutnant von Wartensleben in Mühlhausen ein und beendeten faktisch die Reichsfreiheit der Stadt. Nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam sie auch de jure zum Königreich Preußen.

 

1803-1806

Wilhelm Gottlieb Tilesius von Tilenau (1769-1857), Arzt und Naturforscher, nahm unter Kapitän Alexander von Krusenstern an der ersten russischen Weltumseglung teil.

 

1807-1816

wurde Mühlhausen vom Napoleonischen Königreich Westfalen vereinnahmt und in das Departement Heiligenstadt eingegliedert. Der Sitz der Verwaltung wechselte von Mühlhausen nach Heiligenstadt.

 

1816-1944

Mühlhausen wurde wiederum preußisch und gehörte bis 1944 in der preußischen Provinz Sachsen zum Regierungsbezirk Erfurt.

 

1831

Johann August Röbling (1806-1869) wanderte in die USA aus und wurde dort zum Konstrukteur der größten Drahtseilhängebrücke der Welt (Brooklyn-Bridge in New York, 1883.)

 

1839/40

Familie Eisenhardt ließ An der Burg ein Schauspielhaus errichten; es wurde nach 1945 nicht mehr genutzt und 1957 abgebrochen.

 

1848

Frankfurter Nationalversammlung - unter den 23 thüringischen Parlamentariern nahm der Mühlhäuser Bürgermeister Carl Theodor Gier (1796-1856) als liberaler Vertreter teil.

 

1850

Mühlhausen war Garnison des 6. Thüringer Ulanen-Regiments. Die Stadt zählte 13.706 Einwohner.

 

1853

existierten hier 51 Gerbereien und Lederfabriken. Ebenso behielten die Textilproduktion und der internationale Absatz Mühlhäuser Tuche ihre Bedeutung auch im 19. Jahrhundert. Die Großhandelsfirma Lutteroth besaß Stofflager in Bozen, Venedig, Mailand, Neapel, Prag, Petersburg, Kopenhagen, Amsterdam und London und belieferte ihre Kunden in Spanien, Portugal, der Türkei, Ostindien, Russland, Skandinavien, Holland, Belgien, England und auf dem Balkan.

 

1859

Die erste Dampfmaschine in Mühlhausen setzte das Zeichen für die beginnende Industrialisierung. Sie stand wahrscheinlich in der Färberei Siegelmann in der Kilianistraße.

 

1861

Anschluss an das Telegrafennetz; 1887 klingelten in Mühlhausen zum ersten Mal Telefone.

 

1865

wurde das Gaswerk in Betrieb genommen.

1868-71

Bau des Gymnasiums am Lindenbühl (heute: Museum am Lindenbühl,
Kristanplatz 7).

 

1870

Anbindung an das Eisenbahnnetz. Die Bahnstrecke Gotha - Mühlhausen - Leinefelde wurde eröffnet. Im gleichen Jahr wurde das Empfangsgebäude des Bahnhofs errichtet.

 

1870-71

Deutsch-Französischer Krieg.

 

1876

Bau der Mühlhäuser Nikolaischule (Körnergasse).

 

1877

erste Stadtkirmes in Mühlhausen, die von allen Kirmesgemeinden gemeinsam gefeiert wurde.

 

1882

Bau der Post auf dem Obermarkt, die dort bis 1997 untergebracht war.

 

1883

Denkmal für die Gefallenen von 1866 und des Deutsch-
Französischen Krieges An der Burg mit der "Molhusia" von dem Berliner Bildhauer Carl Ludwig Otto Geyer (abgebrochen 1967).

 

1884

wurde die Fa. Rathgeber für besonders feine Strickwaren auf der Weltausstellung in Amsterdam mit einer Medaille ausgezeichnet.

 

1887

wurde die Kanalisation der Stadt beendet und 1892 eine Kläranlage an der Unstrut in Betrieb genommen.

 

1887

Bau der Martinischule in der Brunnenstraße.

1889

erhielt die Fa. Claes & Flentje Medaillen und erste Preise für ihre Strick- und Nähmaschinen auf einer Ausstellung in Melbourne.

 

1890

Am 7. Juli eröffnete Christoph Ferdinand Mischke ein Hallenschwimmbad am Lindenbühl 10. Es existierte bis 1985, wurde dann abgebrochen. 1998 wurde an gleicher Stelle das Freizeitbad "Thüringen-Therme" eröffnet.

 

1892

wurde Mühlhausen kreisfrei (bis 1950).

 

1894

Bau der Petrischule am Petriteich.

 

1895

Bau des städtischen Wasserwerkes.

 

1897-99

Bau des Städtischen Krankenhauses.

 

1898

Bau des Elektrizitätswerkes und der elektrischen Straßenbahn (in Betrieb bis 1969).

 

Weitere Bilder

 

 

1898

Bau des Lehrerseminars am Schillerweg 59 (heute: Landgericht) nach Plänen des Regierungsbaumeisters Lottermoser.

 

1899

Bau der Höheren Mädchenschule in der Meißnersgasse (heute:
Johann-August-Röbling-Schule).

 

1900

zählte Mühlhausen 33.433 Einwohner. Die Industrie war geprägt von der Herstellung von Wollwaren, Kamm-, Streich- und Strumpfgarnen, Nähmaschinen, Strickmaschinen und Fahrrädern. Eine wichtige Rolle spielten die Zigarren- und Kautabakfabrikationen. Zahlreich waren die Färbereien, Appreturen, Gerbereien, Leimsiedereien, Bierbrauereien und Mälzereien vertreten.

 

1900

das erste Auto in Mühlhausen fuhr der Sanitätsrat Dr. Hans Simon Boeckmann (1851 - 1922), Chefarzt des Städtischen Krankenhauses von 1899 - 1917.

 

1902

Bau der Oberrealschule in der Friedrichstraße (heute: Thomas-Müntzer-Schule, Karl-Marx-Straße).

 

1903

Einweihung des städtischen Schlachthofes in der Thomas-Müntzer-Straße.

 

1907

Im Haus Steinweg 81 wurde das erste Lichtspieltheater eröffnet.

 

1910

Bau der Georgischule in der Feldstraße (heute: Tilesius-
Gymnasium, Bereich Georgischule).

 

1913

Zeppelin-Luftschiff "Sachsen" flog über Mühlhausen.

 

1913

Mühlhausen wurde Garnison des II. Bataillons I.-R. 167.

 

1914

Einweihung des erneuerten und restaurierten Rathauses (Rathaushalle, Ratsstube, neuer Treppenhausanbau).

 

1914-18

Erster Weltkrieg. 1.313 Mühlhäuser sind gefallen.

 

1916

Bau der Knabenmittelschule An der Burg 19 (heute: Tilesius-Gymnasium).

1916

wurde das Landesfachkrankenhaus (Provinzialheilanstalt) Pfafferode fertig gestellt und bis 1930 erweitert; seit 2002 Ökumenisches Hainich-Klinikum.

 

1923

Die Stadt gibt in der Zeit der Wirtschaftskrise selbst Notgeld heraus.

 

1924

1.300 Arbeitslose in Mühlhausen.

 

1928

wurden 3.000 Wohnungssuchende und 180 obdachlose Familien gezählt.

 

1928

Bau des Kriegsgefallenendenkmals von Architekt Carl Ch.
Lörcher, Charlottenburg, mit dem Löwen des Berliner Bildhauers Kruse.

 

1928/29

Anlage eines neuen Stadtfriedhofes an der Eisenacher Landstraße.

 

1923

begann der Bau der Sachsensiedlung als Erwerbslosensiedlung.
In Mühlhausen wurden 5.200 Arbeitslose gezählt.

 

1934

erklärten die Nationalsozialisten Mühlhausen zum Notstandsgebiet. Der demokratisch gewählte Bürgermeister Dr. Hellmut Neumann wurde gezwungen, sein Amt nieder zu legen.

 

1935

Neubau der Sparkasse am Entenbühl.

 

1939-45

Zweiter Weltkrieg. Mühlhausen überstand den Krieg weitgehend unzerstört.

1944

Auflösung der preußischen Provinz Sachsen. Mühlhausen verblieb weiterhin im Regierungsbezirk Erfurt, der vom Reichsstatthalter in Thüringen geleitet wurde.

 

1945

Einmarsch der US-Truppen in Mühlhausen am 04.04. Kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner ließen die faschistischen Befehlshaber die Wagenstedter Brücke und die Eisenbahnbrücke über der Unstrut sinnlos zerstören.

 

1945

Die Rote Armee besetzte am 05.07. Mühlhausen und blieb bis 1991.

 

1949

hatte Mühlhausen 51.744 Einwohner, davon waren 14.173 Umsiedler.

 

1950

endete für die Stadt Mühlhausen die Kreisfreiheit. Sie blieb Sitz der Kreisverwaltung.

 

1950

Erlass des "Aufbaugesetzes der DDR" und die damit verfügte zeitweise oder dauerhafte Entziehung von Eigentum an Grund und Boden; Verwendung für den sozialistischen Städtebau und den Neubau von Industrieanlagen.

 

1952 -1972

Verstaatlichung sämtlicher Industriebetriebe in Mühlhausen.

Nach der 2. Parteikonferenz der SED 1952 entstanden im Rahmen des Otto-Grotewohl-Programms in Mühlhausen die ersten volkseigenen Betriebe: VEB Röhrenwerk und VEB Zigarrenfabrik. Die Textilindustrie blieb jedoch der prägende Industriezweig in der Stadt. Dazu kam die Herstellung von elektronischen Bauelementen und von Teilen für den Maschinen- und Fahrzeugbau. Die wichtigsten Betriebe waren: VEB Mülana, VEB Cottana, VEB Möve-Werk, VEB Westthüringer Kammgarnspinnerei Mühlhausen, VEB Förderwagen und Beschlagteile, VEB Stehlagerwerk, VEB Kinderfahrzeuge ZEKIWA, VEB Spezialnähmaschinenbau und Kombinat Mikroelektronik "Wilhelm Pieck". 1972 wurde die Verstaatlichung abgeschlossen: z. B. Gebrüder Hecht KG, Textilveredlung, und Heinz Schüler, Garnveredlung, zu VEB Textilveredlungswerke Mühlhausen; Binkebank & Hammer, Weberei, zu VEB Buntweberei Mühlhausen (später VEB Cottana Mühlhausen).

 

1954

Beginn des industriellen Bauens am Birkenweg und im Forstberggebiet. Bis 1978 wurden im Forstbergviertel 1.500 Wohnungen fertig gestellt.
Auch in der Gartenstraße und in der Feldstraße - teilweise bei Zerstörung historischer Bausubstanz der Vorstadt St. Georgii - entstanden ab Mitte der 70-er Jahre neue Wohnkomplexe.

 

1956

feierte Mühlhausen "700 Jahre städtische Selbstverwaltung". Ein großer historischer Festumzug erinnerte an die Erstürmung der Mühlhäuser Pfalz im Jahr 1256.

 

1971

Mühlhausen zählte 45.190 Einwohner.

 

1972

Verstaatlichung von kleineren Unternehmen - vor allem von Produktionsgenossenschaften des Handwerks.

 

1975

1200-Jahr-Feier Mühlhausens und 450. Jahrestag des Deutschen Bauernkrieges wurden mit einem großen Festumzug begangen. Forschungen ergaben 1986, dass Mühlhausen erst 967 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird.
Errichtung der Zentralen Gedenkstätte "Deutscher Bauernkrieg" (heute Bauernkriegsmuseum in der Kornmarktkirche); die Marienkirche wurde Thomas Müntzer als Gedenkstätte gewidmet.
Der Steinweg als Hauptverkehrsstraße im innerstädtischen Einkaufszentrum am Obermarkt wurde zur Fußgängerpassage umgestaltet.

 

1986/87

erfolgten ein flächenhafter Abriss im Jakobiviertel und ein Neuaufbau in Plattenbauweise; verloren ging dabei wertvolle Fachwerkarchitektur, zum Teil aus dem 15. Jahrhundert.

 

1988

Restaurierung der vom Verfall bedrohten Allerheiligenkirche und Nutzung als Museumsgalerie.

 

1988

Mühlhausen hatte 42.949 Einwohner.

 

1989

Am 22. Oktober trafen sich oppositionelle Kräfte in der Martinikirche mit anschließender Demonstration durch die Stadt bis zum Rathaus.


Am 28. Oktober versammelten sich Hunderte von Menschen in der Marienkirche, um einen Dialog über die Probleme in Politik und Wirtschaft mit den Verantwortlichen von Partei und Staat zu führen.


Am 2. November legte Bürgermeister Klaus Neukirch sein 17-Punkte-Programm zur Veränderung der bestehenden Strukturen in der Stadtverordnetenversammlung vor. Dafür erhielt der Bürgermeister am 4. November in der Marienkirche große Zustimmung.

 

1989

Am 22. Dezember wurde der Vertrag über die Städtepartnerschaft Mühlhausen-Eschwege unterzeichnet.

 

1990

am 23. Mai konstituierte sich die aus der freien, allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahl hervor gegangene Stadtverordnetenversammlung in der Rathaushalle und wählte Hans-Dieter Dörbaum zum Bürgermeister (ab 1994 Oberbürgermeister).

 

1990

Die Städte Mühlhausen/Thüringen und Münster/Westfalen unterzeichneten am 12. Juli eine Vereinbarung über die Städtefreundschaft im Mühlhäuser Rathaus.
Am 14. September erfolgte die Unterzeichnung im Friedenssaal des Rathauses zu Münster.

 

1990

Gemeinsame Festsitzung zum "Tag der deutschen Einheit" von Kreistag und Stadtverordnetenversammlung am 03. Oktober in der Marienkirche.

 

1990

 

Die geografische Mitte Deutschlands wurde am 23. Oktober 2 km südlich von Mühlhausen in Niederdorla festgestellt.

 

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